Stellarium

Um auch bei schlechtem Wetter einen klaren Blick auf die Sterne zu bekommen, verfügen wir an der Max-Koch-Sternwarte über ein sogenanntes Stellarium. Mit Hilfe dieses Stellariums sind wir in der glücklichen Lage, gemeinsam mit Ihnen, einen Blick auf die wichtigsten Sterne und Sternbilder der nördlichen Halbkugel zu werfen, selbst wenn Petrus wieder einmal nicht mitspielen sollte und unsere Kuppel deshalb leider geschlossen bleiben muss. Der Aufbau des Sternwarten-Stellariums ist am ehesten vergleichbar mit einer großen drehbaren Sternkarte. Es sind zwar bei weitem nicht alle Sterne, die von uns aus auch mit bloßem Auge sichtbar wären, abgebildet, aber dafür lassen sich alle Zusammenhänge am Nachthimmel anschaulich und verständlich erklären, was bei einem "überladenen" Himmel so nicht möglich wäre.

Im Gegensatz zu einem Planetarium, dass neben dem künstlichen Sternenhimmel auch den Lauf der Planeten und viele andere interessante Erscheinungen aus der Astronomie darstellen kann, besitzt ein Stellarium "nur" die Möglichkeit einen Blick auf die Sterne (Stellar = Stern) zu werfen. Dafür lässt sich ein Stellarium, handwerkliches Geschick vorausgesetzt, aber auch relativ leicht selbst bauen, was man von einem Planetarium so nicht behaupten kann. Neben dem "alternativen" Blick auf unseren Sternenhimmel, soll das Sternwarten-Stellarium deshalb auch als Anregung dienen, wie man sich mit einfachen Mitteln selbst die "Sterne vom Himmel holen" kann.

Das erste Stellarium der Max-Koch-Sternwarte wurde Anfang der 1980er Jahre vom Gründer der Cuxhavener Sternwarte, nach fast 10 Jahren Bauzeit, eingeweiht. Dieses Stellarium bestand aus 36 einzelnen Holzplatten, die insgesamt eine Deckenfläche von 2,70 m x 2,70 m ausfüllten. Zur Darstellung des Sternenhimmels verwendete Max Koch noch etwa 1200 sogenannte Glimmlampen mit jeweils 2 mm Durchmesser, wie sie häufig im Modellbau eingesetzt werden. Damit war es möglich die wichtigsten Sterne, sowie die nördlichen Sternbilder, entsprechend darzustellen. Die "Steuerung des Himmels" erfolgte über herkömmliche Lichtschalter, die auf einer Schalttafel, in einem unserer Schränke, untergebracht waren. Der Vorteil dieses Stellariums lag darin, dass es möglich war, jedes Sternbild einzeln ein- und auszuschalten, so dass man immer nur die Sterne sah, von denen bei einem Vortrag gerade die Rede war.




 

Das alte Stellarium der Sternwarte im Jahr 2007

Da allerdings in den darauffolgenden Jahren, durch den Tod von Max Koch, nicht nur der Sternwartenbetrieb stark eingeschränkt war, sondern auch notwendige Wartungsarbeiten im Bereich des Stellariums ausblieben, schien es Mitte der 1990er Jahre so auszusehen, als wenn auch das Stellarium durch den Wasserschaden stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zum einen wölbten sich durch die Feuchtigkeit die einzelnen Platten bedrohlich und auch auch die Sterne zeigten zahlreiche Ausfälle. Nachdem die Renovierungsarbeiten weitestgehend abgeschlossen waren, erholte sich das Stellarium allerdings wie durch ein Wunder wieder und die meisten Sterne traten ins Leben zurück, so dass es bis 2007 noch weiter für Vorträge eingesetzt werden konnte.




 

Der Umbau beginnt...

Ende 2007 war es dann soweit, dass nach dem erneuten Ausfall einiger Sterne und weiterer Alterserscheinungen, ein Plan für die Modernisierung des gesamten Stellariums her musste. Zwei unerschrockene Mitglieder der Cuxhavener Sternwarte machten sich aus diesem Grund daran diesen Plan, mit tatkräftiger Unterstützung der restlichen aktiven Mitglieder, auszuarbeiten und in die Tat umzusetzen. Die beiden größten Herausforderungen waren der zeitliche Rahmen in dem das Ganze zu erfolgen hatte (max. 2 Monate wg. des Starts der neuen Vortragssaison) und das neue Stellarium ausfallsicherer zu gestalten als die alte Variante mit Glimmlampen. Herausgekommen ist dabei ein Stellarium auf Basis der UV-Technik, als Lichtquelle, sowie dem alten Stellarium, als Basis für den neuen Sternenhimmel. So ist es gelungen neben einem kompletten Neuaufbau, auch die Arbeit des ersten Erbauers, Max Koch, mit zu integrieren und zu würdigen.




 

...und zeigt erste Fortschritte

Das neue Stellarium besteht nun aus 5 Platten, die insgesamt eine Fläche von 2,80 m x 2,80 m an der Decke unseres Vortragsraumes ausfüllen. Für den Sternenhimmel wurden alle Sterne und Sternbilder des alten Stellariums übernommen und entsprechend überarbeitet bzw. ergänzt. Statt der bisher verwendeten Glimmlampen kommen nun Reisszwecken zum Einsatz, die entsprechend Ihrer natürlichen Farbe, auf UV-Licht reagieren. Außerdem besitzt das neue Stellarium nun erstmalig auch eine Abbildung der Milchstrasse, um den Himmel noch realitätsnaher wirken zu lassen.




 

Das neue Stellarium der Sternwarte im Jahr 2008

Um den Blick auf die Sterne zu "erleuchten" wurde von uns ein UV-Projektionskasten gebaut, der unterhalb des Stellariums platziert werden kann. Dieser Projektionskasten besitzt neben 13 UV-Strahlern im Deckel, die unseren künstlichen Nachthimmel zum leuchten bringen, sowohl eine blaue Rundumbeleuchtung, als auch Lautsprecher für die musikalische Untermalung. Da die gesamte Beleuchtung mit Hilfe von LED-Strahlern (LEDarium statt Stellarium?) aufgebaut wurde, ist das Ganze zudem noch extrem energiesparend (25 Watt !!!), aber das nur am Rande.




 

Der "Strahlerkasten" noch ohne Lackierung...

Wir freuen uns nun, Ihnen seit dem Jahr 2008 unser neues Stellarium präsentieren zu können und hoffen, dass auch Sie einmal die Zeit finden um bei uns vorbeizuschauen. Denn selbst wenn das Wetter es nicht zulässt, lässt sich nun ein Blick auf die Wunderwelt der Sterne werfen und vielleicht sogar die eine oder andere Anregung für den Bau eines eigenen Himmels finden. Seit 2010 ist das Stellarium jetzt auch endlich mit zusätzlichen Lichteffekten ausgestattet, so dass wir nun unter anderem auch den Sonnenauf- und Sonnenuntergang simulieren, und für eine passende Atmosphäre sorgen können.




 

...und beim "First Light"