Geschichte

Durch den starken persönlichen Einsatz von Max Koch, damaliger Vorsitzender der GvA Hamburg, frisch in Rente und Neu-Cuxhavener und Oswald Springer gelang ihnen und ihren Astro-Jüngern in den 70er Jahren der Bau einer Feriensternwarte im Nordseeheilbad. 10 Jahre nach Indienststellung freute sich der 5.000 Besucher auf ein Wiedersehen.

Durch den Krebstod von Max Koch im Oktober 1986 blieb es eine ganze Weile ruhig in Cuxhavens Astroszene. Schon während Kochs schwerer Krankheit, die er geduldig, aber doch unter Schmerzen ertrug, war kein wahrer Nachfolger in Sicht. Das traf ihn hart!




 

Max Koch kontrolliert die Baustelle

Ab Ende 1986 bis 1993 formierte sich dann doch noch eine Gruppe Astrojünger und Altgedienter unter Dennis Föh, Dieter Graen, Frank Jungclaus, Ulf-P. Kellner, Carsten Kramp, Dierk Müller, Mathias Postel, Wilhelm Tornow, Oswald Springer, Marco Wolf, und anderen (sorry, falls ich jemanden nicht genannt habe!) erneut, um die Geschicke verstärkt in die Hand zu nehmen. Das haben alle Beteiligten auch sehr gut geschafft. Aus Abiturienten werden in den meisten Fällen auch Studenten. So auch in der Cuxhavener Ortsgruppe. Man sah sie in den Semesterferien ab und zu noch einmal. Glücklicherweise blieben sie aber irgendwie doch in Kontakt untereinander. Die Reihen lichteten sich also und kein Nachwuchs in Sicht!

Viele von unseren Mitgliedern standen längst im Berufsleben, manche von ihnen genossen schon das Rentnerdasein, aber trotzdem gingen (und gehen) sie noch zur Berufsschule (BBS Cuxhaven), auf deren Dach sich in 17,70 m Höhe die Feriensternwarte Cuxhaven (GvA), mittlerweile zur Max-Koch-Sternwarte Cuxhaven (GvA) umgetauft, befindet.

Die von Max Koch in den 70igern und 80igern gehaltenen Vorträge auf der Sternwarte und in den Kurteilen Cuxhavens lebten wieder auf.

Ein kleiner Referenten-Stab gab immer donnerstags ab 20:00 Uhr Einblick in Astronomisches und trug so zur Verbreitung unseres Hobbys bei.




 

Die Arbeitsecke der Sternwarte

Nun nagte der Zahn der Zeit von außen nach innen an den Betonwänden und Verkleidungen der Sternwarte. Man muss dazu wissen, dass die Berufsschule im Jahre 1971/72 in einer Art Schnellbauweise aus fertig gegossenen Betonteilen vollendet worden ist. Die aggressive Nordseeluft, gesund für Mensch und Tier, wirkte wie eine Art “Betonzersetzer” auf die Sternwarte. Die Kunststoffteile, der im Jahre 1974 installierten Schiebedächer wurden derart porös, dass sie mit den Jahren immer weiter rissen und undicht wurden. Also entstand Handlungsbedarf in Sachen Sanierung. Getreu dem Sprichwort “Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld” blieb uns nur ein Schlachtplan übrig und der hieß “Wir gehen auf Betteltour!”. Eine Broschüre mit unseren bisherigen Aktivitäten wurde entwickelt, und an potenzielle Geldgeber versandt oder persönlich vorbeigebracht. Haben Sie schon mal über Monate und Jahre diese Art des Klinkenputzens betrieben? Eine Erfahrung sondergleichen!

Nun kam der Herbst des Jahres 1996 und mit ihm die “Wende” zum Guten. Die mit sehr viel Geschick und Elan gebaute “interne” Wasserrinne durfte abgerissen werden. Hilfe kam vom Landkreis Cuxhaven, Träger der Berufsschule, der im Rahmen einer großflächigen Dachsanierung auch unserer Sternwarte ein neues Dach bescherte. Wir mussten uns schweren Herzens von einem Schiebedach trennen, unter dem der 150 mm Coude Refraktor samt Zubehör sein (ungenutztes) Dasein fristete. Das verbleibende Schiebdach wurde auch entfernt und an gleicher Stelle eine 3,20 m Kuppel eines Herstellers aus dem Ruhrgebiet installiert. Die Kosten für die Umbaumaßnahmen am Dach und 75% der Kuppel übernahm dankenswerterweise der Landkreis Cuxhaven. Die noch fehlenden 25% zur Kuppel, eine nicht unerhebliche Summe, bezahlten zwei Mitglieder der Cuxhavener GvA.




 

Umbauen macht Spaß

Zur neuen Gruppe der GvA Hamburg mit Sektion in Cuxhaven zählen mittlerweile gut 30 Mitglieder, von denen rund 10 sehr aktiv sind.

Neue Vorträge, teilweise sogar in 3D und unter Einbeziehung unseres Stellariums und unseres neuen Tischplanetariums (Orrery), sind für die Saison 2016 geplant.

Die letzten Jahre waren an Besuchern besonders erfolgreich, denn es sind seit dem Jahr 2000 gut 8.500 Personen durch die “neue” Sternwarte geschleust worden. Alleine am Tag der offenen Tür im März 2007 waren es etwa 200 Personen, die nach Werbung in den Medien zu uns kamen.




 

Unser Vortragsraum

Im Jahr 2007 waren wir außerdem erstmalig an der Schwarzlicht-Kunstausstellung Dream Space beteiligt und boten unter dem Motto "Deep Space - Kunst im Kosmos" einen Einblick in die Tiefen des Weltraums.

Im Jahr 2009 beteiligten wir uns am Internationalen Astronomiejahr, mit dem besonders die Entdeckungen von Galileo Galilei vor 400 Jahren gewürdigt werden sollten und richteten nach fast 30 Jahren zum ersten Mal wieder das NAFT (Norddeutsche Astro Foto Treffen) in Cuxhaven aus.

2010 war dann das Jahr der großen Reparaturen, da unser neues 14"-Spiegelteleskop durch einen Motorschaden vom Winter 2009 an für fast ein Jahr nicht mehr automatisch steuerbar war und wir einen Komplettumbau der eingebauten Elektronik in Eigenverantwortung vornehmen mussten. Seit Herbst 2010 ist unser Hauptgerät jetzt aber wieder voll einsatzbereit und zur gleichen Zeit brachte uns und zahlreichen anderen Cuxhavenern, ein Gastvortrag des Astrophysikers Emil Khalisi mit dem Titel "Warum hat der Saturn Ringe?", zum staunen.

Was soll nun in der Zukunft mit uns “Leuten aus den germanischen Wehrdörfern” passieren? Wie kann die Zukunft der GvA Cuxhaven aussehen? Die Zukunft ist uns klar. Haben wir doch eine Handvoll Astrojünger, die in Cuxhaven bleiben wollen und Spaß an der Astronomie haben.

Somit sind wir auch wieder eingegliedert in den Veranstaltungsplan für die Saison 2013 und werben für die "Faszination Astronomie".

Während der Wintersaison 2011/2012 fand zum ersten Mal auch ein Gemeinschaftsprojekt mit den Cuxhavener Schulen unter dem Titel "Astronomie an Grundschulen" statt.




 

Gäste bei der Beobachtung des Venustransits 2004