Offizielles Vortragsposter zum Gastvortrag

Wir freuen uns, Ihnen den Astrophysiker Emil Khalisi am 23.10.2010 in den Räumlichkeiten der Berufsbildenden Schulen Cuxhaven, im Rahmen eines Gastvortrags mit dem Titel "Warum hat der Saturn Ringe ?", präsentieren zu können.

Die Ringe des Saturn sind seit vielen Jahrzehnten ein Mysterium für die astrophysikalischen Modelle. Seit der Theorie von Edouard Roche im Jahre 1847 glaubt man, dass ein Saturnmond so nahe an den Planeten herangekommen ist, dass er in dessen Gezeitenfeld zerbrochen ist. Allerdings zeigen Modellrechnungen wie auch Beobachtungsdaten der Raumsonden Voyager und Cassini, dass die Ringe außerordentlich dynamisch sind. Ihr Alter wird auf wenige 100 Millionen Jahre geschätzt, für astronomische Maßstäbe eine sehr kurze Zeit. Es gilt als unwahrscheinlich, dass in dieser Periode ein Mond so zerbrochen ist, dass sich eine flache Ringscheibe gebildet hat. Manche Theorien gehen eher von einer zeitgleichen Bildung mit dem Planetensystem aus. Dies wiederum widerspricht der chemischen Zusammensetzung der Ringe. In diesem Vortrag werden die gängigen Hypothesen über die Saturnringe vorgestellt und die Argumente für ihre mögliche Herkunft abgewogen.

Der Referent interessiert sich für mannigfaltige naturwissenschaftliche Themen, studierte Physik und Astronomie in Göttingen und beschäftigte sich am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit solar-terrestrischen Beziehungen. Im Jahr 2002 promovierte er am Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg, wo er die Massensegregation in Sternhaufen mittels Computersimulationen analysierte. Derzeit ist er als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg tätig. In der Abteilung "Kosmische Staubteilchen" ist er in die Datenanalyse der Cassini-Mission involviert. Seit vielen Jahren arbeitet er im Öffentlichkeitsbereich und vermittelt die Astronomie einem breiten Publikum im Rahmen von Kursen, Schulprojekten oder in populären Artikeln. Für die Zeitschrift "Sternzeit" schreibt er regelmäßig Abhandlungen zu aktuellen Themen.

Ein besonderer Dank gilt der Klaus Tschira Stiftung (KTS), ohne deren Förderung diese Veranstaltung nicht möglich wäre.